Pharma News Archiv

Sanofi Pasteur testet ebenfalls Schweinegrippe-Impfstoff am Menschen Sanofi Pasteur testet ebenfalls Schweinegrippe-Impfstoff am Menschen

Als weiteres führendes Pharmaunternehmen hat der französische Hersteller Sanofi Pasteur mit dem Test eines Schweinegrippe-Impfstoffs am Menschen begonnen. In der Versuchsphase werden 2.000 Menschen in den USA geimpft, dies teilte das Unternehmen mit. Dabei wird nicht nur die Sicherheit des Serums geprüft, sondern auch, wie viele Impfungen für den Schutz eines Menschen nötig seien, Experten gehen von jeweils zwei Dosen aus. Genaueres kann aber erst nach den Impfungen am Menschen gesagt werden. 
 
Die für Impfstoffe zuständige Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marie-Paule Kieny sagte, die Pharmaunternehmen seien auf dem richtigen Weg. Die ersten Chargen des Impfstoffs könnten voraussichtlich im September ausgeliefert werden. Dann kann mit einer groß angelegten Impfaktion begonnen werden. 
 
Neben Sanofi Pasteur testen noch zwei weitere Firmen ihren entwickelten Impfstoff gegen das H1N1-Virus am Menschen. Der Schweizer Hersteller Novartis führt Versuche an etwa 6.000 Menschen in Deutschland, Großbritannien und den USA durch. Das australische Unternehmen CSL testet den Impfstoff  bereits seit Juni auf dem heimischen Markt. 
 
Klinische Tests von Impfstoffen können mehr als ein Jahr dauern. In diesem speziellen Fall könne diese Zeit aber nicht abgewartet werden, denn bereits im Herbst ist mit einer Ausweitung der Krankheitsfälle zu rechnen. Denn dann stecken sich die Menschen wegen der feuchten und kühlen Witterung viel eher an als im Sommer. Laut Marie-Paule Kieny stelle, eine Schnellzulassung noch vor Abschluss der Tests stelle keine Gefahr dar. Diese Praxis sei in Europa und den USA auch im Fall der normalen, saisonalen Grippe durchaus üblich.

Es scheint viel mehr so zu sein, dass die Pharmaindustrie der Krankheit erstmals einen Schritt voraus ist und so eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe verhindert werden kann.

2009-10-19 11:11

Merck übernimmt Indisches Pharmaunternehmen Merck übernimmt Indisches Pharmaunternehmen

Der in Deutschland ansässige Pharma und Spezialchemiekonzern Merck ist auf dem besten Weg sein Geschäft auf dem Wachstumsmarkt in Indien auszubauen. Die Firma Merck hat in diesem Jahr erst einen Preis als Auszeichnung für herausragende Leistungen als Familienunternehmen erhalten. Der „IMD - Lombard Odier Global Family Business Award“ wurde anlässlich des 20. Gipfeltreffens des Family Business Network-International (FBN-I) in Amsterdam verliehen. Damit wurde die Einbeziehung mehrerer Generationen und die Eindeutigkeit und Nachhaltigkeit des sozialen Engagements gewürdigt.

Merck übernimmt durch ihre indische Tochtergesellschaft Merck Specialities Private Ltd. von der indischen Sanmar-Gruppe die Gesellschaft Bangalore Genei Private. Das Unternehmen ist unter anderem in der Genomforschung aktiv. Zwar sind dort nur etwa 100 Beschäftigte angestellt, diese jedoch haben im Geschäftsjahr 2008/09 immerhin einen Umsatz von 3 Mio. Euro erwirtschaftet.

Durch die Zusammenlegung der Aktivitäten von BGIP mit dem eigenen Bioscience-Geschäft wird Merck zu einem führenden Anbieter von Bioscience-Produkten Indien. Darüber hinaus versprechen die Märkte in Ländern wie Indien, China oder Brasilien ein sehr viel stärkeres Wachstum als in den westlichen Ländern. Die Pharmamärkte in Westeuropa oder den USA bieten dagegen kaum noch Wachstumsraten für die Konzerne.

BGIP mit Sitz in Bangalore hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten für die proteomische und genomische Forschung spezialisiert. Die Produktpalette von BGIP umfasst eine große Bandbreite von Bioscience-Lösungen, die speziell auf den indischen Markt zugeschnitten sind.

Mit dem Erwerb des indischen Unternehmens hat Merck einen großen Schritt in Richtung neue Märkte getan. Auf dem Gebiet der Selbstmedikation versprechen die Länder Indien und China ein ungeheures Wachstumspotential.

2009-10-19 11:11

Die Gentech-Vision von BASF Plant Science Die Gentech-Vision von BASF Plant Science

Die Strategie der BASF, gentechnisch optimierte Nutzpflanzen zu gewinnen, basiert auf einem einzigartigen Konzept: Während CropDesign in Ghent den Phänotypus der Pflanzen analysiert, untersucht metanomics in Berlin die Veränderungen im Metabolismus der Pflanzen. In Summe macht das „3 bis 4 Jahre F&E-Vorsprung“. Der Chemie Report durfte bei metanomics in die Wachstumskammern und den größten Profiling-Room der Welt blicken.


Jede gentechnisch veränderte Reispflanze in den Gewächshäusern (Gewächshaus) von CropDesign hat einen Barcode und einen Transponder. So kann sie jederzeit genau identifiziert werden. Im Gewächshaus können sich die Pflanzen bis zur Ernte unter idealen Bedingungen entwickeln. Ihr Wachstum wird vollautomatisch kontrolliert, indem sie regelmäßig fotografiert und vermessen werden.

„Als andere noch Gensequenzen gezählt haben, haben wir bereits begonnen, deren Funktionalitäten darzustellen.“ So lautet in Kurzform die visionäre Tat des Arno Krotzky. Der heutige metanomics-Chef war es, der die BASF 1998 davon überzeugte, massiv in die gentechnische Forschung zu investieren. Damit hat er den Grundstein für eine einzigartige Entwicklungsplattform gelegt, die sieben Jahre später mit dem Beginn der Partnerschaft und in Folge mit der Übernahme von CropDesign komplettiert wurde. Metabolic Profiling fand damit die kongeniale Ergänzung im High-throughput Plant Screening.

Der GMO-Reis wird bei CropDesign zunächst in Gewebekulturräumen, in denen das Klima genau reguliert werden kann, angezogen. Sind die Reispflanzen groß genug, kommen sie bis zur Ernte ins Gewächshaus.

Der Hintergrund. Dass die BASF zwischen 2006 und 2008 alleine rund 400 Mio € in die Grüne Biotechnologie investiert und zusätzlich in den nächsten 10 Jahren gemeinsam mit Monsanto weitere 1,2 Mrd € für eine umfangreiche F&E-Partnerschaft bereithält, hat mehrere Gründe. Peter Oakley, er ist Member of the Board of Executive Directors der BASF, zählt vier gewichtige auf: „Erstens nimmt die weltweit verfügbare Ackerfläche pro Einwohner dramatisch ab – waren es 1960 noch rund 4.300 m², sind es heute weniger als 2.200 m² und 2030 werden gerade einmal 1.800 m² erwartet. Die Weltbevölkerung wird in diesen 70 Jahren dann um rund 5,3 Mrd Einwohner zugenommen haben.“ Derzeit würden insbesondere in Asien enorme Ackerflächen der zusätzlich notwendigen Infrastruktur für das Mehr an Menschen geopfert.

Trend 2: Energiepflanzen konkurrieren mit konventionellem Anbau. „Wir gehen davon aus, dass 2030 rund 30 % der weltweiten Ackerflächen von rund 1,4 Mrd ha verwendet werden müssen, um etwa 10 % des weltweiten Ölbedarfs zu stillen.“ Hinzu kommt Trend 3: Eine enorme Zunahme im Fleischkonsum: „Es ist ein Fakt, dass in Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum zunächst einmal dazu verwendet wird, um das tägliche Essen mit tierischen Proteinen zu verfeinern – erst danach kommen Fahrräder, Autos und Flatscreens.“ Eine simple Rechnung veranschaulicht die Ausmaße: Wenn 1,3 Mrd Chinesen in den nächsten 10 Jahren jährlich um 1 kg mehr Fleisch pro Jahr konsumieren wollen, bedeutet das 13 Mrd kg Fleisch multipliziert mit 5 kg Getreide je kg Fleisch und dividiert durch rund 3 t je ha Anbaufläche. Ergibt in Summe einen zusätzlichen Bedarf an Agrarflächen von rund 22 Mio ha. Zum Vergleich: Deutschland verfügt gerade einmal über rund 12 Mio ha Anbaufläche.

Weitere Informationen finden Sie hier 

2009-10-19 11:10

Beriplex P/N: Gerinnungshemmung sicher aufgehoben Beriplex P/N: Gerinnungshemmung sicher aufgehoben

Beriplex P/N, ein humanes Prothrombin-Komplexkonzentrat (PPSB) von CSL Behring, ist hochwirksam und sicher bei der Aufhebung einer oralen Antikoagulation im Notfall, so die Ergebnisse einer multinationalen Studie an 43 Patienten, die an 25 Zentren in 8 Ländern durchgeführt wurde.

Sie zeigten, dass Beriplex P/N den Plasmaspiegel der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX, und X und der gerinnungshemmenden Proteine C und S vor Notfalleingriffen und bei der Behandlung akuter Blutungen schnell und sicher anhebt. Der primäre Endpunkt eines INR-Wertes (International Normalized Ratio) weniger oder gleich als 1,3 - 30 min nach der Infusion - wurde erreicht. Die Recovery der Faktoren war > 1 für alle mit Beriplex P/N verabreichten Gerinnungsfaktoren (Faktoren II, VII, IX und X und die gerinnungshemmenden Protein C und S). Beriplex P/N wurde gut toleriert und es wurde keinerlei Virusübertragung (HAV, HBV, HCV, HIV oder Parvo B19) festgestellt.

Die Aufhebung der Gerinnungshemmung wird eingesetzt, um die Wirkung der von Patienten zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen/Embolien oral eingenommenen Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon aufzuheben. Dies kann bei der Vorbereitung einer elektiven bzw. Notfalloperationen oder während einer akuten Blutung notwendig sein. Zu den derzeit verfügbaren Mitteln zur Aufhebung der Gerinnungshemmung gehören Vitamin K, dessen Wirkung allerdings erst mit großer Verzögerung einsetzt, und humanes Plasma bzw. PPSBs, die zur sofortigen Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung geeignet sind.

"Die Zahl der Patienten, die langfristig eine gerinnungshemmende Behandlung bekommen, nimmt zu. Gleichzeitig steigt die Notwendigkeit, die Wirkung dieser Medikamente unter bestimmten Umständen schnell rückgängig machen zu können", so Ingrid Pabinger-Fasching von der Uniklinik für Innere Medizin I in Wien, die die Studie leitete. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Beriplex P/N im Fall einer akuten Blutung oder der Notwendigkeit einer Notfalloperation eine schnelle, vollständige, vorhersagbare und sichere Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung bietet."

Beriplex P/N enthält eine Reihe wichtiger Gerinnungsfaktoren sowie Anti-Thrombosefaktoren. Es kann im Notfall zur Blutungsstillung bei Patienten, die oral Gerinnungshemmer einnehmen, zur schnellen Wiederherstellung der Gerinnungsfähigkeit vor größeren Operationen und zur Normalisierung der Gerinnungsfunktion bei Patienten mit Leberkrankheiten eingesetzt werden. Beriplex P/N kann bei Raumtemperatur gelagert werden und muss vor der Verabreichung nicht erwärmt werden. Es ist in einigen Ländern bereits seit über 10 Jahren im Einsatz.

2009-10-19 00:25

Mit Minilabors auf der Suche nach gefälschten Arzneimittel Mit Minilabors auf der Suche nach gefälschten Arzneimittel

Der Verein "Global Pharma Health Fund" (GPHF) in Frankfurt hat mit seine eigens entwickelten Labors seit Jahren tausende Leben gerettet. Das Labor helfe Kliniken und Organisationen überwiegend  in der Dritten Welt, Arzneimittelfälschungen zu entlarven, sagt Richard Jähnke, Apotheker und Projektmanager des vom Darmstädter Pharmaunternehmen Merck finanzierten Vereins.

Ein von Jähnke speziell dafür entwickeltes Minilabor, dass Medikamente auf 43 Wirkstoffe untersucht, deckt auf ,wenn Medikamente statt des angegebenen Inhalts wirkungslose Stoffe oder gar Gifte enthalten. Denn in der dritten Welt sind 10 bis 30 Prozent der Medikamente gefälscht. Das führt entweder dazu, dass die Arzneimittel entweder keine Wirkung zeigen oder die Patienten schlimmstenfalls sogar töten können.

Seit mehr als einem Jahrzehnt wurden nach GPHF-Angaben weltweit 325 dieser Koffersets in alle Welt verschickt. Darin befinden sich neben einer Labor-Grundausstattung mit Bechern und Glaskolben auch Chemikalien für verschiedene Testverfahren. Nach deutschen Standards sind sie oft bereits veraltet, aber für eine Prüfung ob ein Arzneimittel Gift enthält, reichen sie auf jeden Fall. Die Koffer wiegen gerade mal 20 Kilogramm, so dass man sie schnell an unterschiedliche Orte bringen kann.  
 
Die Grundidee sei es gewesen, kleinen Gesundheitsprojekten zu helfen. Gerade was Tuberkulose und Malaria angeht ist dies eine große Hilfe, denn hier seien besonders viele gefälschte Arzneimitteln im Umlauf. Jeder Todesfall der so verhindert werden kann ist dabei schon ein Erfolg. Da bei der medizinischen Grundversorgung in den Ländern der Dritten Welt noch so einiges im Argen liegt kann dies ein kleiner Schritt sein die Lage der Menschen dort zu verbessern.

2009-08-10 23:59

Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Brustkrebs Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Brustkrebs

Dem Pharmakonzern Merck ist offenbar ein weiterer Fortschritt bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Brustkrebs gelungen. Der in dem Unternehmen entwickelte Krebsimpfstoff Stimuvax, ist nun in die dritte Phase der klinischen Erprobung getreten. Jedes neue Medikament muss erst 3 Phasen der Erprobung am Menschen durchlaufen, ehe ein Zulassungsantrag gestellt werden kann. Erst wenn alle Phasen erfolgreich waren kann das Medikament in Produktion gehen und ist dann zugelassen und für alle erhältlich. 

In dieser Studie soll untersucht werden, ob der Wirkstoff bei Patienten mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium das Voranschreiten der Krankheit verzögern und so das Leben verlängern kann. Stimuvax gilt derzeit als großer Hoffnungsträger bei Merck. Es regt das Immunsystem an, das die Krebszellen identifizieren und angreifen soll. An dieser Studie nehmen über 900 Patienten in  mehr als 30 Ländern teil.

Sollte hier ein Durchbruch gelingen, so wäre das ein Hoffnungsschimmer für Millionen Frauen, die in der Angst leben eines Tages an Brustkrebs zu erkranken. Immerhin wird jede 10. Frau einmal in ihrem Leben mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Und immer noch sterben tausende von Frauen an den Folgen der Krankheit. Auch wenn die Vorsorge im Laufe der Zeit immer besser geworden ist, kommt es immer noch zu Todesfällen weil Tumore nicht oder zu spät erkannt wurden.

Könnte man sich durch eine Impfung vor dem Brustkrebs schützen können, so würde das eine gewaltige Entlastung der Gesundheitssysteme bedeuten. So bleibt nur zu hoffen, dass die klinischen Studien die Wirksamkeit von Stimuvax auch klar darlegen und das Mittel bald in die Produktion gehen kann.

2009-06-29 23:44

Boehringer und Vitae Pharmaceuticals gemeinsam gegen Alzheimer Boehringer und Vitae Pharmaceuticals gemeinsam gegen Alzheimer

Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer aus Ingelheim bei Mainz will in Zukunft mit dem US Unternehmen Vitae Pharmaceuticals kooperieren, um gemeinsam an einem neuen Wirkstoff zur Bekämpfung von Alzheimer zu arbeiten. Die US Firma Vitae Pharmaceuticals hat ihren Sitz Fort Washington im Bundesstaat Pennsylvania. Das Unternehmen arbeitet mit Boehringer bereits seit 2007 auf den Gebieten von Diabetes und Stoffwechselerkrankungen sehr erfolgreich zusammen.

Das Ziel der Zusammenarbeit der beiden Firmen ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln mit dem sich das sogenannte BACE Enzym hemmen lässt. Dieses Enzym spielt bei Alzheimer eine wichtige Rolle, denn es fördert die Ablagerung von Plaque im Gehirn. Dabei geht es darum die Krankheit ganz aufzuhalten oder zumindest ihren Verlauf zu verlangsamen.

Alzheimer gilt als die häufigste Demenzerkrankung weltweit. Derzeit leiden etwa 30 Millionen Menschen unter Alzheimer und bei einer weiteren Überalterung der Gesellschaft, durch den demographischen Wandel, ist mit einem Anstieg der Erkrankungen zu rechnen.

Bisher gab es keine Möglichkeit Alzheimer zu heilen, bestenfalls konnte das Fortschreiten der Demenz verzögert werden. Wenn es den beiden Firmen gelingt ein marktreifes Medikament auf den Markt zu bringen, dann wäre das ein großer Fortschritt in der Bekämpfung der Demenz. Außerdem würde es den beiden Partnern eine Vormachtstellung auf dem Gebiet der Alzheimer Bekämpfung sichern.

Für die Entwicklung des Wirkstoffs wurde von Boehringer zunächst ein Etat von 42 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Weitere 200 Millionen Dollar winken sobald bestimmte Entwicklungsfortschritte erreicht werden. Sollte es Vitae Pharmaceuticals gelingen ein wirksames Medikament zur Marktreife zu bringen, so winkt eine Umsatzbeteiligung in ungenannter Höhe.

2009-06-29 20:39

Bayer startet die Zulassungsstudien für ihr neues Verhütungspflaster Bayer startet die Zulassungsstudien für ihr neues Verhütungspflaster

Auf dem breiten Markt der Empfängnisverhütung ist der Firma Bayer ein weiterer Entwicklungsschritt gelungen. Anders als bei den üblichen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille ist eine tägliche Einnahme nicht mehr notwendig. Bayer setzt auf die Aufnahme der Wirkstoffe, einer Hormon-Kombination, durch die Haut.

Seit längerem arbeitet die Firma Bayer aus Leverkusen schon an der Entwicklung eines neuen Verhütungsmittels für Frauen. Dabei handelt es sich um ein niedrig dosiertes Verhütungspflaster, dass eine Kombination der Hormone Ethinylestradiol und Gestoden in niedriger Dosierung enthält. Bayer hat dafür zwei weltweite Studien in Auftrag geben, in deren Verlauf etwa 3.300 Frauen die empfängnisverhütende Wirkung des Pflasters erfolgreich getestet haben.

Das Pflaster ist leicht und unproblematisch anzuwenden und wird von den Frauen einfach auf die Haut geklebt. Einmal pro Woche wird das Pflaster gewechselt und nach 3 Wochen wird eine Pause von einer Woche eingelegt, in der dann wie gewohnt die monatliche Menstruation eintritt. Durch die einfache Art der Anwendung kann es nicht zu einem Vergessen der Einnahme kommen, wie es bei der Pille so oft der Fall ist. Dies bietet den Frauen eine sichere Möglichkeit sich vor einer unerwünschten Schwangerschaft zu schützen, ohne immer an Kondome oder ein Pessar denken zu müssen.

Laut Phil Smits, M.D., Leiter des Bereichs WomenZs Healthcare bei Bayer Schering Pharma, wird das Pflaster das kleinste und am niedrigsten dosierteste Hormonpflaster auf dem Markt sein. Der Hersteller rechnet mit den ersten Zulassungsanträgen bereits im Jahr 2012. Danach soll die weltweite Vermarktung des Produktes folgen.
2009-05-15 13:49

Roche Initiative gegen die „neue Grippe“ Roche Initiative gegen die „neue Grippe“

Der Berliner Firma TIB MOLBIOL , einem Kooperationspartner der Roche Applied Science scheint ein weiter Schritt im Kampf gegen die auch als Schweinegrippe bekannte „neue Grippe“ gelungen zu sein. Wie bekannt wurde, hat das Unternehmen einen Test zum Nachweis des Influenza-Virus A H1N1 entwickelt. Der Test wird vorerst in Europa und Asien eingeführt. Der Test läuft auf den Roche LightCycler 480 II, 2.0. und 1.2 Systemen und weist selektiv die neue Variante des H1N1- Virus nach.

Bei Tests hat der neue Wirkstoff die Erreger der neuen Influenza eindeutig identifizieren können und somit seine Eignung unter Beweis gestellt. Da es noch keinen wirksamen Impfstoff gegen die neue Grippe gibt ist es umso wichtiger dass der Erreger zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Denn nur dann kann eine wirkungsvolle Behandlung mit den bereits vorhandenen antiviralen Mitteln wie dem bekannten Präparat Tamiflu gestartet werden. Roche steht in engem Kontakt mit Forschungszentren und Testeinrichtungen auf der ganzen Welt um diese neue Krankheit so bald es geht in den Griff zu bekommen.

Die Zahl der Infizierten nimmt immer noch zu und auch wenn die in Deutschland an der „neuen Grippe“ Erkrankten nicht in Lebensgefahr schweben, besteht noch kein Grund zur Entwarnung. Es immer noch damit gerechnet werden dass es zu Mutationen bei dem Virus kommt. Mit dem nun auf den Markt gebrachten Test ist es nun erstmals möglich die Erreger schnell festzustellen und die Menschen die mit vermeintlichen Symptomen zum Arzt gehen schnell zu beruhigen. Denn die Symptome sind denen einer normalen Grippe sehr ähnlich, sie unterscheiden sich jedoch darin dass der Erkrankte über Schnupfen, Halsschmerzen , Übelkeit, Erbrechen und Durchfall klagt.

Die betroffenen Länder haben nach eigenen Aussagen einen ausreichenden Vorrat an antiviralen Mitteln um einer Pandemie erfolgreich entgegen treten zu können.
2009-05-15 13:44

Bayer Schering expandiert in Richtung China Bayer Schering expandiert in Richtung China

Die Bayer Schering Pharma AG plant durch die Gründung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums in Peking den Schritt nach China zu wagen. Dadurch würden sie die weltweiten Kapazitäten des Unternehmens für Forschung und Entwicklung stärken. Der in Leverkusen angesiedelte Bayer Konzern hat mit seiner Tochterfirma Schering Pharma AG den Weg nach China angetreten. Die Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG, Leverkusen, und bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, der Consumer Care, Medical Care sowie Pharma. Die Aktivitäten des Pharmageschäfts firmieren unter den Namen Bayer Schering Pharma.

In den kommenden fünf Jahren sollen rund 100 Millionen Euro in die Errichtung des Zentrums fließen. Zentren wie diese gibt es bisher weltweit nur 3 in den USA und in Deutschland. Damit will Bayer Schering verstärkt Asiatische Patienten in die Erforschung neuer Medikamente einbinden, bisher war es üblich derartige Studien zuerst in den USA und Europa zu beginnen. Nach Aussagen der Verantwortlichen ist es sinnvoll den Asiatischen Markt Vorort zu studieren und dort auch klinische Studien vorzunehmen. Das Unternehmen steht nach eigener Aussage in fortgeschrittenen Gesprächen mit der renommierten Qinghua (Tsinghua) Universität in Peking über eine strategische Partnerschaft zur Forschungskooperation. Die chinesische Hauptstadt werde ein wichtiger Standort für die weltweite Entwicklung innovativer Medikamente.

Der chinesische Markt ist für Bayer Schering neben den USA und Europa der drittgrößte Umschlagplatz weltweit. Nach Analyse des Marktbeobachtungsinstituts IMS Health ist Bayer das größte Healthcare-Unternehmen in China. Der Umsatz des Unternehmens stieg hier im Jahr 2007 um 43 Prozent und überschritt somit die 300 Millionen Grenze, im Jahr 2008 stieg er um über weitere 50 Prozent. Laut der Prognosen von Fachleuten werden die Medikamentenumsätze in Schwellenländern wie China, Indien und Korea in den kommenden Jahren um je rund zwölf bis 13 Prozent zunehmen.
2009-02-27 12:27

Merck plant Übernahme von MediCult Merck plant Übernahme von MediCult

Der Darmstädter Pharma und Spezial Chemiekonzern Merck KGaA geht auf Einkaufstour und plant die Übernahme der dänischen Firma MediCult. MediCult ist ein Unternehmen das unter anderem eine Nährlösung für die Aufbereitung von Spermien anbietet. Die Aktien von MediCult werden an der Börse von Oslo gehandelt und Merck bot den Aktionären einen Preis von 13,50 Norwegischen Kronen, das Angebot lag somit 27 % über dem Schlusskurs der letzen Woche. Daraufhin schossen bei beiden Firmen die Kurse an der Börse in die Höhe.

Ein Einstieg von Merck würde damit sein Geschäft mit Arzneien gegen Unfruchtbarkeit bzw. mit der Reproduktionstechnik stärken. Das Direktorium von MediCult, eines im Jahre 1987 in Dänemark gegründeten Unternehmens, unterstützt die Übernahmepläne. MediCult erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 203,20 Millionen dänischen Kronen, das entspricht umgerechnet 23,2 Mio. Euro. Es konnte so ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 3,4 Mio. Euro gemacht werden.

Mit einer Erfolgreichen Übernahme könnte Merck seine Position weiter ausbauen, bisher waren die Arzneimittel, die bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen sowie Psoriasis (Schuppenflechte) eingesetzt werden die Hauptumsatzträger. Ebenso erfolgreich war Merck mit der Herstellung von Produkten zur Selbstmedikation. Produkte wie Nasivin oder Kytta Salbe sind bekannt stammen alles aus dem Hause Merck.

Den Aktionären von MediCult soll bis spätestens in der Woche vom 23.März das komplette Angebot unterbreitet werden. Finanziert wird das ganze durch bereits bestehende Finanzmittel und Kreditlinien. Sollte das Ganze erfolgreich verlaufen so wäre damit der Mitinteressent Vitrolife aus dem Rennen geschlagen, die Schweden hatten schon am 14. Januar ein Übernahmeangebot ausgesprochen, jedoch nur die Summe von 12,76 Kronen je Aktie geboten.

2009-02-24 10:22

Berliner Noxxon Pharma kooperiert mit Roche Berliner Noxxon Pharma kooperiert mit Roche

Die Berliner Noxxon Pharma AG gibt bekannt, dass sie eine F&E-Kooperation mit Roche über die Weiterentwicklung der sogenannten "Speigelmere"-Technologie im Bereich der Entzündungserkrankungen eingegangen ist.

Über die genaueren auch finanziellen Bestandteile dieser Vereinbarung verlautete zunächst nichts.
Noxxon ist einer der "älteren Hasen" im deutschen Biotechnologie-Feld und macht gerade eine gewisse Unternehmensumwandlung durch, als dass nun nicht mehr "nur" die Plattformtechnologie in Partnerschaften zum Einsatz kommt, sondern nun auch Medikamentkandidaten bis zur Phase II im Hause vorangetrieben werden sollen.

Näheres zu finden unter:
www.noxxon.net


Mehr Informationen unter: vdbiol.de
2008-01-17 01:23

Mehr als 100 Krankheiten bis 2011 besser behandelbar Mehr als 100 Krankheiten bis 2011 besser behandelbar

"Bis Ende 2011 können forschende Pharmaunternehmen die Zulassung für 358 neue Medikamente oder neue Anwendungsgebiete für vorhandene Medikamente erhalten. Das wird Patienten mit über 100 verschiedenen Krankheiten zugute kommen - insbesondere Krebspatienten, für die mehr als ein Viertel der neuen Arzneimittel entwickelt werden."

Das erklärte Dr. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender des Verbands Forschender Arzneimittel (VFA) heute in Berlin bei der Vorstellung einer aktuellen Umfrage des Verbands unter seinen 45 Mitgliedsfirmen. "Die Patienten müssen die neuen Therapien aber auch erhalten können", betonte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA. Arzneimittelinnovationen würden die Patienten bislang in Deutschland im europäischen Vergleich nur recht zögerlich erreichen; und das, obwohl sie unmittelbar nach ihrer Zulassung erstattungsfähig sind. Bei der Ausgestaltung der künftigen Verpflichtung, für bestimmte Präparate eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen, dürfe es nicht zu Zugangsverzögerungen durch die Hintertür kommen.

Die Umfrage 'Perspektive 2011' zeigt, dass der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivität forschender Arzneimittelhersteller auf den Krankheitsgebieten Krebs (26 % der Projekte), Herz-Kreislauf-Krankheiten (18 %), Infektionen (15 %), entzündliche Erkrankungen (8 %) wie Multiple Sklerose und Diabetes Typ 2 (4 %) liegt. Barner: "93 Prozent der Projekte beschäftigen sich mit schweren Krankheiten, lediglich die übrigen entfallen auf leichtere körperliche Einschränkungen."

In den nächsten Jahren ist mit der Einführung eines neuen Therapieprinzips in die Krebsbehandlung zu rechnen: therapeutischen Impfungen. Dabei wird das Immunsystem des Patienten durch einen Impfstoff gewissermaßen auf "verräterische Merkmale" der Krebszellen hingewiesen und so in die Tumorabwehr einbezogen. Dies könnte zuerst bei Lungenkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Schwarzem Hautkrebs zum Einsatz kommen.

Wesentlich vereinfachen könnte sich die Behandlung der Multiplen Sklerose. Sie basiert heute vor allem auf Präparaten, die regelmäßig vom Patienten gespritzt werden müssen. Fünf Unternehmen arbeiten daran, diese bis 2011 durch Medikamente zu ersetzen, die einfach als Tabletten oder Kapseln eingenommen werden können.

Um zunehmend resistentere Bakterien zu bekämpfen, könnten vier neue Antibiotika auf den Markt kommen, und zusätzlich noch vier weitere Präparate zur Behandlung bakterieller Infektionen.

Gegen seltene Erkrankungen, die weniger als fünf von 10.000 EU-Bürger betreffen, könnten bis 2011 insgesamt 40 Medikamente die Zulassung erlangen. Zudem könnten zehn Medikamente gegen Krankheiten herauskommen, die besonders in Entwicklungsländern auftreten, vor allem neue Impfstoffe und Malariamedikamente.

"Deutschland", so Barner abschließend, "spielt bei der Entwicklung neuer Arzneimittel eine zentrale Rolle. Fast alle Medikamente, die in Deutschland auf den Markt kommen, werden von den Unternehmen unter Beteiligung deutscher Kliniken oder Arztpraxen entwickelt. 18 der 45 Mitglieder des VFA unterhalten in Deutschland auch Labors für die Erfindung neuer Präparate."

Dr. Rolf Hömke | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Mehr Informationen unter: innovations-report.de
2007-10-03 08:37

Kwizda Pharma kauft Metochem Kwizda Pharma kauft Metochem

Die österreichische Pharma-Gruppe will mit dem Wiener Arzneimittelhersteller stärker wachsen

Wien - Die österreichische Kwizda Pharma-Gruppe hat das Wiener Familienunternehmen Metochem Pharma gekauft. Kwizda Pharma steigt damit zum größten heimischen Anbieter für rezeptfreie Arzneimittel (OTC) auf, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung mit. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, die 15 Metochem-Mitarbeiter werden übernommen. Kwizda will mit der Akquisition in Zentral- und Osteuropa stärker wachsen. Nach Angaben von Kwizda wurde im August 2007 der Kaufvertrag unterzeichnet. Beide Unternehmen sind in Familienbesitz. Bereits zuvor haben sowohl Kwizda als auch Metochem zu den Top Ten der Anbieter für rezeptfreie Arzneimittel in Österreich gehört, heißt es in der Mitteilung.(APA)


Mehr Informationen unter: derstandard.at
2007-08-28 23:15

Ophtalmologie: Croma-Pharma kauft in Frankreich zu Ophtalmologie: Croma-Pharma kauft in Frankreich zu

Das österreichische Familienunternehmen Croma-Pharma aus Korneuburg ist seit 15. Juni Besitzer der ophthalmologischen Sparte der französischen Cornéal Laboratoir mit Sitz in Paris. Die Übernahme erfolgte am 2. Juli.

Mit der Akquisition stößt Gerhard Prinz mit seiner Croma-Pharma nun zu den Top 5 am europäischen Augenheilkunde-Markt vor.

Cornéal Laboratories ist sich durch Innovationen für die Vorder- und Hinterabschnittschirurgie wie viskoselastische Injektionen, Intraokularlinsen (künstliche Linsen) und medizintechnisches Equipment am Augenheilkunde-Markt etabliert. Der Umsatz des dynamischen Unternehmens hat sich so auf 70 Mio € verdoppelt.

Croma-Pharma verfügt bereits über Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Polen, Ungarn und Rumänien, die zahlreichen Cornéal-Vertriebsfirmen werden in die Croma-Pharma eingegliedert. Das Familienunternehmen verfügt so über 8 Niederlassungen europaweit.

Die derzeit 175 in Frankreich tätigen Cornéal-Mitarbeiter werden übernommen, die Croma-Pharma verzeichnet nun 400 Mitarbeiter.


Mehr Informationen unter: chemiereport.at
2007-07-05 14:36

Pharmaka: Asien holt deutlich auf Pharmaka: Asien holt deutlich auf

Der asiatische Markt wird sich in den kommenden Jahren neben Nordamerika und Europa zum bedeutendsten Markt für Arzneimittel entwickeln. Diese Einschätzung vertreten nicht nur gut 60 Prozent der asiatischen Pharmaunternehmen, sondern auch die klare Mehrheit (55 Prozent) der auf dem Kontinent aktiven multinationalen Pharmakonzerne.


Dies geht aus der aktuellen Studie "Gearing up for a Global Gravity Shift" von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. "Der Wirtschaftsboom in Asien eröffnet den westlichen Pharmakonzernen neue Absatzchancen und macht insbesondere Länder wie China, Indien und Singapur zu attraktiven Produktions- und Forschungsstandorten. Gleichzeitig wachsen bislang nur regional tätige asiatische Unternehmen zu Konkurrenten auf dem Weltmarkt heran", erklärt Volker Booten, verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals & Pharma bei PwC in Deutschland.

Für die Studie befragte PricewaterhouseCoopers 185 Manager asiatischer und westlicher Pharmakonzerne mit Aktivitäten in neun Ländern des Kontinents (China, Indien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam). Wie die Antworten zeigen, wird jedes dritte befragte asiatische Pharmaunternehmen durch Zukäufe wachsen. Knapp 20 Prozent erwägen auch Akquisitionen international tätiger Wettbewerber. Bislang ist erst jedes zweite befragte asiatische Unternehmen auf dem Weltmarkt präsent, doch für drei von vier Unternehmen ist der Export eines der wichtigsten Ziele und rund 65 Prozent wollen ihren Anteil am globalen Pharmamarkt steigern.

Gut 70 Prozent der MNCs (multinational corporation/company) in Asien haben bereits Teile der Wertschöpfungskette ausgelagert, wobei als Motive die Realisierung von Kostenvorteilen bei Produktion (39 Prozent der Befragten) und Forschung (24 Prozent) im Vordergrund stehen. Dennoch ist die Mehrzahl sowohl der westlichen als auch der asiatischen Pharmaunternehmen davon überzeugt, dass sie derzeit noch nicht alle Möglichkeiten des Outsourcing vollständig ausschöpfen. Dieser Aussage stimmen 49 Prozent der befragten MNCs zu, während nur 21 Prozent gegenteiliger Ansicht sind. Bei den in der Region ansässigen Unternehmen fällt die Entscheidung mit 64 Prozent zu 17 Prozent noch deutlicher aus.

Nach Einschätzung der Repräsentanten westlicher Pharmaunternehmen ist insbesondere die Auslagerung klinischer Tests und Laboranalysen an regionale Partner attraktiv. Dadurch würden nicht nur Kosten gespart, sondern auch die spezifischen Bedürfnisse der Konsumenten in Asien stärker als bisher bei der Entwicklung von Medikamenten und Wirkstoffen berücksichtigt. "Westliche Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf Vertrieb und Marketing ihrer Produkte, während die übrigen Aktivitäten von der Entwicklung bis zur klinischen Erprobung ausgelagert werden. Voraussetzung für eine derartige Strategie sind jedoch langfristig verlässliche Partnerschaften statt kurzfristig angelegter Kooperationen", resümiert Volker Booten.


Mehr Informationen unter: handelsblatt.com
2007-07-05 14:35

Croma-Pharma: Der Nischenplayer Croma-Pharma: Der Nischenplayer

In den späten 1970er Jahren versuchte sich der Wiener Apothekerssohn Gerhard Prinz erstmals darin, ausgefallene Medikamente nach Österreich zu importieren. Daraus wurde ein Pharma-Großhandel, wurde ein Lohnfertiger für spezielle Sterilprodukte. Heute ist seine Croma-Pharma an der vordersten Front der Viskoelastika. Ein Portrait.

Gerhard Prinz: Erfolgreich mit Viskoelastika.

Er hat „vermarktet, was zu vermarkten ging“. Und sein verdientes Geld stets im Unternehmen gelassen. So die Kurzform der Story namens Croma-Pharma.
Begonnen hat sie Gerhard Prinz mit der Einlizenzierung, der Registrierung und dem Import ausgefallener Pharma-Spezialitäten in Österreich: Schlangenserum oder Betablocker, Contergan – „nach Vorauszahlung von einem brasilianischen Händler” – sowie Enzym-Ersatztherapien.

Drei Jahrzehnte später fertigt eine Viskoelastika-Produktion mit dem höchsten Automatisierungsgrad Europas jährlich 2,2 Mio Spritzen. „In Sterilfertigung“, betont der Firmenchef, „hier wird auf bis zu 130 °C erhitzt, das ist nicht bloß eine aseptische Abfüllung.“
Heute ist Prinz froh, sein eigener „Hausmeister“ zu sein: Nach 25 Jahren Außendienst sein eigener Herr über die eigene Produktion zu sein. Freilich könnte er sein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 32 Mio € auch an die Börse bringen. Doch das mache „nur Probleme“: „Soll ich fünf Leute anstellen, nur um den ,Shareholder Value’ zu stützen? Nein, als österreichisches Pharma-Unternehmen selbständig zu sein und dennoch in der internationalen Oberliga mitzuspielen, das hat Wert.“

Heute verweigert er in der Regel das Gespräch mit externen Geldgebern. Früher hat er es mit Ärzten und mit Krankenhäusern suchen müssen. „Betreuen Sie auch einen Alkoholkranken?“, fragte er da etwa. „Einen? Hunderte!“ Und das ergab in Folge etwa die Einführung eines speziellen Präparats zur Alkoholentwöhnung.

Dass die Suche nach einer wirklich ausgefallenen Medikation bei den meisten Spitalsärzten mit „Geht’s zum Prinz!“ quittiert wird, eben das war seine Leidenschaft. Und zugleich das Schwierigste in seinen 30 Jahren Unternehmertum: „Das Nichtankommen bei den Ärzten, bei den Pharma-Unternehmen. Nicht ernst genommen zu werden als One-Man-Show.“

Erfolg mit Viskoelastika. Ende der 1980er Jahre fokussierte Croma-Pharma auf die Ophthalmologie und startete den Vertrieb mit intraokularen Linsen. Es sollte entsprechendes Nahtmaterial ebenso wie Laser-Implantate folgen. Damit war der Weg geebnet für den Produktionsstart des ersten Viskoelastikums in den 1990ern: Biofermentierte Hyaluronsäure, die eine gute Biokompatibilität für das Auge aufwies und leicht abzusaugen war. Eben diese Hyaluronsäure wurde wenig später auch zur Arthrosebehandlung im Kniegelenk eingesetzt. Vertriebsniederlassungen in Deutschland und Polen sollten folgen, derzeit ist eine dritte in Rumänien in Gründung. Heute exportiert Croma-Pharma auch pflanzliche OTC-Produkte in 60 Länder, die 2,2 Mio viskoelastischen Spritzen werden an mehr als 150 Abnehmer ausgeliefert.

Wie viel inzwischen in die Sterilproduktion in Leobendorf bei Wien investiert wurde? „Wir haben beispielsweise Stahl-Container – mit selbst konzipierten Maschinenteilen –, die nahezu alles können. Wenn Sie die auf eine Seite einer Waage stellen und die andere mit Gold aufwiegen, dann wird das hinkommen.“ Scherz beiseite: Das großteils zur Lohnfertigung für Dritte ausgelegte Werk „hat einen regelrechten Audit-Tourismus erfahren“ und zeige, dass „eine österreichische Pharma-Company genauso gut ist wie ein US-Konzern“.

Hochmoderne Sterilproduktion in Leobendorf bei Stockerau.

Weiterentwickelte Biopolymere. Rund ein Fünftel des Umsatzes investiert Croma-Pharma in F&E. Eine Forschung, die sich vorrangig mit der Entwicklung von Biopolymeren beschäftigt: Mit „künstlichem Schleim“ für das Auge, dessen Zellen sich bei Bedarf für ein Medikament öffnen und wieder schließen, oder aber optimierte „Schmierstoffe“ zur Arthrosebehandlung von Gelenken.

Andreas Clausen, der Forschungsleiter bei Croma-Pharma, erläutert die Funktionsweise: „Das Auge ist normalerweise mit einem Tränenfilm überzogen, einer dünnen Schleimschicht aus Muzinen. Nach intensiver Computerarbeit oder durch Klimaanlagen ausgelöst kann es jedoch zum ,trockenen Auge’ kommen – ein Mangel an Schleim stellt sich ein. Hier setzen wir nun mit unseren langkettigen Biopolymeren an: Sie sind in der Lage, an die freien Thiolgruppen (-SH) des Tränenfilms anzudocken und mit diesen Schwefel-Atomen als Disulfidbrücken fest zu verankern. So wird die schützende Tränenschicht wieder längerfristig hergestellt.“

Rund 40 % der Bevölkerung leidet an trockenen Augen – die davon Betroffenen wenden ihre heute am Markt erhältlichen Augentropfen derzeit vier Mal täglich an, eine künstliche Schutzschicht, die eher lockere ionische Wechselwirkungen ausnutzt. Mit dem „natürlichen Kleber“ aus starken Disulfidbrücken könnte sich das künftig ändern: Augentropfen würden dann einen ganzen Tag lang wirken.

Mit diesem Ansatz ist aber noch mehr denkbar: „Es ist auch denkbar, dass wir mit unseren Biopolymeren bestimmte Wirkstoffe im Auge freisetzen können, wobei sich die Wirkstoffabgabe relativ leicht einstellen lässt. So ist etwa eine Freisetzung von Antibiotika im Auge auch über Wochen oder Monate denkbar – die gekühlte Lagerung solcher Medikamente würde dann wegfallen.“

Die Basispatente dazu wurden von Andreas Bernkop-Schnürch bereits 1999 an der Universität Wien eingereicht, heute hat er einen Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie an der Uni Innsbruck inne und ist dort auch Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie. Clausen hat sich dieses Wissen während einer Dissertation angeeignet und ist in Folge – gemeinsam mit den Lizenzen für die Augenanwendungen dieser Biopolymere – zu Croma-Pharma gekommen.

7 Syntheseschritte. Nach 6 Jahren Arbeit ist Croma-Pharma mittlerweile soweit, die großtechnische Herstellung dieser Biopolymere zu beherrschen. Dabei wird ein zugekauftes Basispolymer – die Hyaluronsäure – in 7 Syntheseschritten modifiziert und in knapp einer Woche zum fertigen Produkt. 2009 ist der Marktstart der neuen Augentropfen bzw. Inserts geplant, dann will Croma-Pharma etwa 200-500 g pro Woche von diesen Biopolymeren herstellen. Die Herausforderung bei diesen organischen Substanzen ist dabei, „dass man es nie mit exakt gleich langen Molekülketten zu tun hat“ – letztlich sei es „ein Spiel mit Verteilungskurven“.

Zum Einsatz sollen die Biopolymere der Croma-Pharma aber nicht nur am Auge, sondern auch in Gelenken kommen, um der Osteoarthrose entgegenzuwirken. Gemeinsam mit Stefan Nehrer führt Clausen dazu ein auf 3 Jahre ausgelegtes FFG-Projekt an der Donau Universität durch: Dabei wird zum einen die modifizierte Hyaluronsäure der Croma-Pharma eingesetzt, zum anderen die den Knorpel aufbauenden Chondrozyten in der Zellkultur der Donau Uni gezüchtet. Zusätzlich zur Viskosupplementation, wo die dem Gelenk injizierte Hyaluronsäure einen Schmier- und Stoßdämpfereffekt ausübt und die körpereigene Produktion der Hyaluronsäure anregt, soll es mit diesem Forschungsansatz gelingen, „künftig die Gelenkskrankheiten nicht nur symptomatisch zu behandeln, sondern tatsächlich zu therapieren“.


Mehr Informationen unter: chemiereport.at
2007-06-24 00:31

Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt

Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt

Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt

München - Der Neue soll’s richten

Mit Peter Löscher ist Siemens- Aufsichtsratschef Gerhard Cromme ein Überraschungscoup gelungen. Der international erfahrene Österreicher soll Siemens in ruhigeres Fahrwasser lenken. Doch hat Löscher die nötige Erfahrung, den Brand einzudämmen?
VON MAXIMILIAN SCHMID

Der am 17. September 1957 in Villach in Österreich geborene Manager ist international erfahren und nach Meinung der österreichischen Medien neben Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe der einflussreichste Geschäftsmann aus dem Bundesland Kärnten.

Seinen Einstieg machte Löscher bei der Unternehmensberatung Kienbaum & Partner in Deutschland. Danach arbeitete er elf Jahre bei der Frankfurter Hoechst AG. Bei Aventis stieg der Manager dann zum Gesamtverantwortlichen für das Japan-Geschäft auf.

In Großbritannien konnte Löscher zwischen 2004 und 2005 beim Siemens-Wettbewerber General Electric wertvolle Erfahrungen sammeln. Der Österreicher arbeitete bei dem Konzern in der Medizintechnik, eine Sparte, die Siemens als eine ihrer wichtigsten Wachstumsfelder sieht. Seit 12 Monaten arbeitet der designierte Siemens-Chef für den US-Pharmakonzern Merck im Vorstand und verantwortet den Vertrieb mit über 35.000 Beschäftigten.

Auch privat hat der gebürtige Österreicher ein Faible fürs Internationale: Seine Frau Marta, die er in Großbritannien kennen lernte, ist Spanierin. Zwei seiner drei Töchter wurden in den USA geboren und haben auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Überdies kann sich der 49-Jährige auf Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Japanisch unterhalten.

Nun darf der nach eigenen Worten „weltoffene, heimatverbundene Europäer“ den Weltkonzern Siemens lenken. Ob die Wahl des Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme richtig war, wird sich zeigen. Mit Peter Löscher wird erstmals in der 160-jährigen Siemens-Geschichte ein Konzern-Externer an die Spitze berufen.

Grund für die Neubesetzung des obersten Führungspostens durch einen Manager von außen ist der Schmiergeld- und Korruptionsskandal bei Siemens. Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld wurde es trotz hervorragender Konzernergebnisse nicht zugetraut, die Affäre zu bewältigen. Ein Mann von außerhalb soll’s nun richten. Der Siemens-Aufsichtsrat lies sicherheitshalber genau prüfen, ob irgendetwas gegen ihn vorliegt, wie aus dem Kontrollgremium bekannt wurde.

Was Löscher laut Cromme auszeichnet, ist aufgrund der Führungspositionen in den Vereinigten Staaten dessen Erfahrung mit den dortigen Börsen- und Ermittlungsbehörden. Von der Börsenaufsicht SEC droht eine Strafe in Milliardenhöhe.

Zu den neuen Aufgaben des Pharma-Managers gehören außer der Aufarbeitung der Affären auch die Umsetzung des Siemens-internen Effizienzprogramms „Fit for 2010“. Außerdem gilt es nach Ansicht von Experten, sich eine Hausmacht aufzubauen. Ein von außen kommender Manager hat kein Netzwerk im Unternehmen. Zum Verhängnis dürfte Löscher das allerdings nicht werden, wenn er zu Beginn mit Samthandschuhen vorgeht, um zu lernen, und anschließend entschieden zupackt.


Mehr Informationen unter: europolitan.de
2007-06-11 01:57

Bayer stoppt «Pille für den Mann» Bayer stoppt «Pille für den Mann»

Bayer Schering Pharma-Zentrale in Berlin

Die «Pille für den Mann» wird es so bald nicht geben: Das einzige Pharmaunternehmen, das zuletzt noch daran tüftelte, stellt die Forschung für das Verhütungsmittel ein. Bayer Schering Pharma stellt die Forschung an dem Verhütungspräparat ein. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag in Berlin. Damit schwinden die Chancen, dass Frauen die Verhütung bald dauerhaft ihren Partnern überlassen können. Denn auch der Pharmakonzern Organon hat die entsprechende Forschung inzwischen beendet, wie der «Tagesspiegel» berichtet.
Hintergründe wollte eine Bayer-Schering-Sprecherin vor einem Analystentreffen am 19. Juni nicht nennen. Die Entscheidung, die Forschung einzustellen, bedeute auch nicht unbedingt, dass das Thema für alle Zeiten ad acta gelegt sei. Allerdings rechnen Experten nicht mehr mit einer schnellen Markteinführung. Die Hormonpräparate sollten dazu dienen, die Spermienproduktion zu unterdrücken und so eine Schwangerschaft bei der Partnerin zu verhindern.

Komplizierte Darreichung

Schering und Organon hatten von 2002 bis 2006 zusammen an der Pille für den Mann geforscht. Ende vergangenen Jahres kündigten sie die Trennung ihrer Forschung an, bekräftigten allerdings ihr Engagement für das Produkt. Schon damals schloss die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einem Bericht zum Stand der Forschung aber, dass «in den nächsten Jahren nicht mit der Markteinführung eines entsprechenden Produkts zu rechnen» sei.

Diese war zunächst schon für 2005, später dann für 2009 ins Auge gefasst worden. Doch gestaltete sich die Forschung schwierig. Zwar fanden die Wissenschaftler durch komplizierte Eingriffe in den Hormonhaushalt des Mannes tatsächlich einen Weg, ihn zeitweilig unfruchtbar zu machen. Um die Kombination von Gestagen und Testosteron sinnvoll zu dosieren, war jedoch sowohl ein Implantat als auch alle drei Monate eine Spritze nötig.

Konzentration auf vier Forschungsfelder in Berlin

Für eine so komplizierte Darreichung sahen Schering und Organon keine Marktchancen, wie sie zur Trennung ihrer Aktivitäten im September 2006 mitteilten. Deshalb sollte die Forschung nun darauf zugespitzt werden, wie die Mittel leichter handhabbar werden könnten. Auch damit ist es nun offenbar vorbei.

Nach der Übernahme durch Bayer soll bei Schering in Berlin laut «Tagesspiegel» die Forschung insgesamt auf nur noch vier Schwerpunktthemen konzentriert werden: Krebs, Frauen-Gesundheit, Herz-Kreislauf und diagnostische Bildgebung. Das gesamte bisherige Forschungsfeld Andrologie (Männerkunde) tauche in der Forschungsstrategie des Unternehmens nicht mehr auf. (AP)

Bayer Austria Ges.m.b.H. Pharmaceutical Division

Schering Wien GmbH

Organon GmbH


Mehr Informationen unter: netzeitung.de
2007-06-10 18:24

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