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Pharma News Archiv
Sanofi Pasteur testet ebenfalls Schweinegrippe-Impfstoff am Menschen 
Als weiteres führendes Pharmaunternehmen hat der französische Hersteller Sanofi Pasteur mit dem Test eines Schweinegrippe-Impfstoffs am Menschen begonnen. In der Versuchsphase werden 2.000 Menschen in den USA geimpft, dies teilte das Unternehmen mit. Dabei wird nicht nur die Sicherheit des Serums geprüft, sondern auch, wie viele Impfungen für den Schutz eines Menschen nötig seien, Experten gehen von jeweils zwei Dosen aus. Genaueres kann aber erst nach den Impfungen am Menschen gesagt werden.
Die für Impfstoffe zuständige Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marie-Paule Kieny sagte, die Pharmaunternehmen seien auf dem richtigen Weg. Die ersten Chargen des Impfstoffs könnten voraussichtlich im September ausgeliefert werden. Dann kann mit einer groß angelegten Impfaktion begonnen werden.
Neben Sanofi Pasteur testen noch zwei weitere Firmen ihren entwickelten Impfstoff gegen das H1N1-Virus am Menschen. Der Schweizer Hersteller Novartis führt Versuche an etwa 6.000 Menschen in Deutschland, Großbritannien und den USA durch. Das australische Unternehmen CSL testet den Impfstoff bereits seit Juni auf dem heimischen Markt.
Klinische Tests von Impfstoffen können mehr als ein Jahr dauern. In diesem speziellen Fall könne diese Zeit aber nicht abgewartet werden, denn bereits im Herbst ist mit einer Ausweitung der Krankheitsfälle zu rechnen. Denn dann stecken sich die Menschen wegen der feuchten und kühlen Witterung viel eher an als im Sommer. Laut Marie-Paule Kieny stelle, eine Schnellzulassung noch vor Abschluss der Tests stelle keine Gefahr dar. Diese Praxis sei in Europa und den USA auch im Fall der normalen, saisonalen Grippe durchaus üblich.
Es scheint viel mehr so zu sein, dass die Pharmaindustrie der Krankheit erstmals einen Schritt voraus ist und so eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe verhindert werden kann.
Merck übernimmt Indisches Pharmaunternehmen 
Der in Deutschland ansässige Pharma und Spezialchemiekonzern Merck ist auf dem besten Weg sein Geschäft auf dem Wachstumsmarkt in Indien auszubauen. Die Firma Merck hat in diesem Jahr erst einen Preis als Auszeichnung für herausragende Leistungen als Familienunternehmen erhalten. Der „IMD - Lombard Odier Global Family Business Award“ wurde anlässlich des 20. Gipfeltreffens des Family Business Network-International (FBN-I) in Amsterdam verliehen. Damit wurde die Einbeziehung mehrerer Generationen und die Eindeutigkeit und Nachhaltigkeit des sozialen Engagements gewürdigt.
Merck übernimmt durch ihre indische Tochtergesellschaft Merck Specialities Private Ltd. von der indischen Sanmar-Gruppe die Gesellschaft Bangalore Genei Private. Das Unternehmen ist unter anderem in der Genomforschung aktiv. Zwar sind dort nur etwa 100 Beschäftigte angestellt, diese jedoch haben im Geschäftsjahr 2008/09 immerhin einen Umsatz von 3 Mio. Euro erwirtschaftet.
Durch die Zusammenlegung der Aktivitäten von BGIP mit dem eigenen Bioscience-Geschäft wird Merck zu einem führenden Anbieter von Bioscience-Produkten Indien. Darüber hinaus versprechen die Märkte in Ländern wie Indien, China oder Brasilien ein sehr viel stärkeres Wachstum als in den westlichen Ländern. Die Pharmamärkte in Westeuropa oder den USA bieten dagegen kaum noch Wachstumsraten für die Konzerne.
BGIP mit Sitz in Bangalore hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten für die proteomische und genomische Forschung spezialisiert. Die Produktpalette von BGIP umfasst eine große Bandbreite von Bioscience-Lösungen, die speziell auf den indischen Markt zugeschnitten sind.
Mit dem Erwerb des indischen Unternehmens hat Merck einen großen Schritt in Richtung neue Märkte getan. Auf dem Gebiet der Selbstmedikation versprechen die Länder Indien und China ein ungeheures Wachstumspotential.
Die Gentech-Vision von BASF Plant Science 

Jede gentechnisch veränderte Reispflanze in den Gewächshäusern
(Gewächshaus) von CropDesign hat einen Barcode und einen Transponder. So kann sie
jederzeit genau identifiziert werden. Im Gewächshaus können sich die
Pflanzen bis zur Ernte unter idealen Bedingungen entwickeln. Ihr
Wachstum wird vollautomatisch kontrolliert, indem sie regelmäßig
fotografiert und vermessen werden.
„Als andere noch Gensequenzen gezählt haben, haben wir bereits
begonnen, deren Funktionalitäten darzustellen.“ So lautet in Kurzform
die visionäre Tat des Arno Krotzky. Der heutige metanomics-Chef war es,
der die BASF 1998 davon überzeugte, massiv in die gentechnische
Forschung zu investieren. Damit hat er den Grundstein für eine
einzigartige Entwicklungsplattform gelegt, die sieben Jahre später mit
dem Beginn der Partnerschaft und in Folge mit der Übernahme von
CropDesign komplettiert wurde. Metabolic Profiling fand damit die
kongeniale Ergänzung im High-throughput Plant Screening.
Der GMO-Reis wird bei CropDesign zunächst in
Gewebekulturräumen, in denen das Klima genau reguliert werden kann,
angezogen. Sind die Reispflanzen groß genug, kommen sie bis zur Ernte
ins Gewächshaus.
Der Hintergrund. Dass die BASF zwischen 2006 und 2008 alleine
rund 400 Mio € in die Grüne Biotechnologie investiert und zusätzlich in
den nächsten 10 Jahren gemeinsam mit Monsanto weitere 1,2 Mrd € für
eine umfangreiche F&E-Partnerschaft bereithält, hat mehrere Gründe.
Peter Oakley, er ist Member of the Board of Executive Directors der
BASF, zählt vier gewichtige auf: „Erstens nimmt die weltweit verfügbare
Ackerfläche pro Einwohner dramatisch ab – waren es 1960 noch rund 4.300
m², sind es heute weniger als 2.200 m² und 2030 werden gerade einmal
1.800 m² erwartet. Die Weltbevölkerung wird in diesen 70 Jahren dann um
rund 5,3 Mrd Einwohner zugenommen haben.“ Derzeit würden insbesondere
in Asien enorme Ackerflächen der zusätzlich notwendigen Infrastruktur
für das Mehr an Menschen geopfert.
Trend 2: Energiepflanzen konkurrieren mit konventionellem Anbau. „Wir
gehen davon aus, dass 2030 rund 30 % der weltweiten Ackerflächen von
rund 1,4 Mrd ha verwendet werden müssen, um etwa 10 % des weltweiten
Ölbedarfs zu stillen.“ Hinzu kommt Trend 3: Eine enorme Zunahme im
Fleischkonsum: „Es ist ein Fakt, dass in Entwicklungsländern das
Wirtschaftswachstum zunächst einmal dazu verwendet wird, um das
tägliche Essen mit tierischen Proteinen zu verfeinern – erst danach
kommen Fahrräder, Autos und Flatscreens.“ Eine simple Rechnung
veranschaulicht die Ausmaße: Wenn 1,3 Mrd Chinesen in den nächsten 10
Jahren jährlich um 1 kg mehr Fleisch pro Jahr konsumieren wollen,
bedeutet das 13 Mrd kg Fleisch multipliziert mit 5 kg Getreide je kg
Fleisch und dividiert durch rund 3 t je ha Anbaufläche. Ergibt in Summe
einen zusätzlichen Bedarf an Agrarflächen von rund 22 Mio ha. Zum
Vergleich: Deutschland verfügt gerade einmal über rund 12 Mio ha
Anbaufläche.
Beriplex P/N: Gerinnungshemmung sicher aufgehoben 
Sie zeigten, dass Beriplex P/N den Plasmaspiegel der Gerinnungsfaktoren
II, VII, IX, und X und der gerinnungshemmenden Proteine C und S vor
Notfalleingriffen und bei der Behandlung akuter Blutungen schnell und
sicher anhebt. Der primäre Endpunkt eines INR-Wertes (International
Normalized Ratio) weniger oder gleich als 1,3 - 30 min nach der
Infusion - wurde erreicht. Die Recovery der Faktoren war > 1 für
alle mit Beriplex P/N verabreichten Gerinnungsfaktoren (Faktoren II,
VII, IX und X und die gerinnungshemmenden Protein C und S). Beriplex
P/N wurde gut toleriert und es wurde keinerlei Virusübertragung (HAV,
HBV, HCV, HIV oder Parvo B19) festgestellt.
Die Aufhebung der Gerinnungshemmung wird eingesetzt, um die
Wirkung der von Patienten zur Vorbeugung und Behandlung von
Thrombosen/Embolien oral eingenommenen Gerinnungshemmer wie
Phenprocoumon aufzuheben. Dies kann bei der Vorbereitung einer
elektiven bzw. Notfalloperationen oder während einer akuten Blutung
notwendig sein. Zu den derzeit verfügbaren Mitteln zur Aufhebung der
Gerinnungshemmung gehören Vitamin K, dessen Wirkung allerdings erst mit
großer Verzögerung einsetzt, und humanes Plasma bzw. PPSBs, die zur
sofortigen Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung geeignet sind.
"Die Zahl der Patienten, die langfristig eine gerinnungshemmende
Behandlung bekommen, nimmt zu. Gleichzeitig steigt die Notwendigkeit,
die Wirkung dieser Medikamente unter bestimmten Umständen schnell
rückgängig machen zu können", so Ingrid Pabinger-Fasching von der
Uniklinik für Innere Medizin I in Wien, die die Studie leitete. "Unsere
Ergebnisse zeigen, dass Beriplex P/N im Fall einer akuten Blutung oder
der Notwendigkeit einer Notfalloperation eine schnelle, vollständige,
vorhersagbare und sichere Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung
bietet."
Beriplex P/N enthält eine Reihe wichtiger
Gerinnungsfaktoren sowie Anti-Thrombosefaktoren. Es kann im Notfall zur
Blutungsstillung bei Patienten, die oral Gerinnungshemmer einnehmen,
zur schnellen Wiederherstellung der Gerinnungsfähigkeit vor größeren
Operationen und zur Normalisierung der Gerinnungsfunktion bei Patienten
mit Leberkrankheiten eingesetzt werden. Beriplex P/N kann bei
Raumtemperatur gelagert werden und muss vor der Verabreichung nicht
erwärmt werden. Es ist in einigen Ländern bereits seit über 10 Jahren
im Einsatz.
Mit Minilabors auf der Suche nach gefälschten Arzneimittel 
Der Verein "Global Pharma Health Fund" (GPHF) in Frankfurt hat mit seine eigens entwickelten Labors seit Jahren tausende Leben gerettet. Das Labor helfe Kliniken und Organisationen überwiegend in der Dritten Welt, Arzneimittelfälschungen zu entlarven, sagt Richard Jähnke, Apotheker und Projektmanager des vom Darmstädter Pharmaunternehmen Merck finanzierten Vereins.
Ein von Jähnke speziell dafür entwickeltes Minilabor, dass Medikamente auf 43 Wirkstoffe untersucht, deckt auf ,wenn Medikamente statt des angegebenen Inhalts wirkungslose Stoffe oder gar Gifte enthalten. Denn in der dritten Welt sind 10 bis 30 Prozent der Medikamente gefälscht. Das führt entweder dazu, dass die Arzneimittel entweder keine Wirkung zeigen oder die Patienten schlimmstenfalls sogar töten können.
Seit mehr als einem Jahrzehnt wurden nach GPHF-Angaben weltweit 325 dieser Koffersets in alle Welt verschickt. Darin befinden sich neben einer Labor-Grundausstattung mit Bechern und Glaskolben auch Chemikalien für verschiedene Testverfahren. Nach deutschen Standards sind sie oft bereits veraltet, aber für eine Prüfung ob ein Arzneimittel Gift enthält, reichen sie auf jeden Fall. Die Koffer wiegen gerade mal 20 Kilogramm, so dass man sie schnell an unterschiedliche Orte bringen kann.
Die Grundidee sei es gewesen, kleinen Gesundheitsprojekten zu helfen. Gerade was Tuberkulose und Malaria angeht ist dies eine große Hilfe, denn hier seien besonders viele gefälschte Arzneimitteln im Umlauf. Jeder Todesfall der so verhindert werden kann ist dabei schon ein Erfolg. Da bei der medizinischen Grundversorgung in den Ländern der Dritten Welt noch so einiges im Argen liegt kann dies ein kleiner Schritt sein die Lage der Menschen dort zu verbessern.
Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Brustkrebs 
Dem Pharmakonzern Merck ist offenbar ein weiterer Fortschritt bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Brustkrebs gelungen. Der in dem Unternehmen entwickelte Krebsimpfstoff Stimuvax, ist nun in die dritte Phase der klinischen Erprobung getreten. Jedes neue Medikament muss erst 3 Phasen der Erprobung am Menschen durchlaufen, ehe ein Zulassungsantrag gestellt werden kann. Erst wenn alle Phasen erfolgreich waren kann das Medikament in Produktion gehen und ist dann zugelassen und für alle erhältlich.
In dieser Studie soll untersucht werden, ob der Wirkstoff bei Patienten mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium das Voranschreiten der Krankheit verzögern und so das Leben verlängern kann. Stimuvax gilt derzeit als großer Hoffnungsträger bei Merck. Es regt das Immunsystem an, das die Krebszellen identifizieren und angreifen soll. An dieser Studie nehmen über 900 Patienten in mehr als 30 Ländern teil.
Sollte hier ein Durchbruch gelingen, so wäre das ein Hoffnungsschimmer für Millionen Frauen, die in der Angst leben eines Tages an Brustkrebs zu erkranken. Immerhin wird jede 10. Frau einmal in ihrem Leben mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Und immer noch sterben tausende von Frauen an den Folgen der Krankheit. Auch wenn die Vorsorge im Laufe der Zeit immer besser geworden ist, kommt es immer noch zu Todesfällen weil Tumore nicht oder zu spät erkannt wurden.
Könnte man sich durch eine Impfung vor dem Brustkrebs schützen können, so würde das eine gewaltige Entlastung der Gesundheitssysteme bedeuten. So bleibt nur zu hoffen, dass die klinischen Studien die Wirksamkeit von Stimuvax auch klar darlegen und das Mittel bald in die Produktion gehen kann.
Boehringer und Vitae Pharmaceuticals gemeinsam gegen Alzheimer 
Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer aus Ingelheim bei Mainz will in Zukunft mit dem US Unternehmen Vitae Pharmaceuticals kooperieren, um gemeinsam an einem neuen Wirkstoff zur Bekämpfung von Alzheimer zu arbeiten. Die US Firma Vitae Pharmaceuticals hat ihren Sitz Fort Washington im Bundesstaat Pennsylvania. Das Unternehmen arbeitet mit Boehringer bereits seit 2007 auf den Gebieten von Diabetes und Stoffwechselerkrankungen sehr erfolgreich zusammen.
Das Ziel der Zusammenarbeit der beiden Firmen ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln mit dem sich das sogenannte BACE Enzym hemmen lässt. Dieses Enzym spielt bei Alzheimer eine wichtige Rolle, denn es fördert die Ablagerung von Plaque im Gehirn. Dabei geht es darum die Krankheit ganz aufzuhalten oder zumindest ihren Verlauf zu verlangsamen.
Alzheimer gilt als die häufigste Demenzerkrankung weltweit. Derzeit leiden etwa 30 Millionen Menschen unter Alzheimer und bei einer weiteren Überalterung der Gesellschaft, durch den demographischen Wandel, ist mit einem Anstieg der Erkrankungen zu rechnen.
Bisher gab es keine Möglichkeit Alzheimer zu heilen, bestenfalls konnte das Fortschreiten der Demenz verzögert werden. Wenn es den beiden Firmen gelingt ein marktreifes Medikament auf den Markt zu bringen, dann wäre das ein großer Fortschritt in der Bekämpfung der Demenz. Außerdem würde es den beiden Partnern eine Vormachtstellung auf dem Gebiet der Alzheimer Bekämpfung sichern.
Für die Entwicklung des Wirkstoffs wurde von Boehringer zunächst ein Etat von 42 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Weitere 200 Millionen Dollar winken sobald bestimmte Entwicklungsfortschritte erreicht werden. Sollte es Vitae Pharmaceuticals gelingen ein wirksames Medikament zur Marktreife zu bringen, so winkt eine Umsatzbeteiligung in ungenannter Höhe.
Bayer startet die Zulassungsstudien für ihr neues Verhütungspflaster 
Seit längerem arbeitet die Firma Bayer aus Leverkusen schon an der Entwicklung eines neuen Verhütungsmittels für Frauen. Dabei handelt es sich um ein niedrig dosiertes Verhütungspflaster, dass eine Kombination der Hormone Ethinylestradiol und Gestoden in niedriger Dosierung enthält. Bayer hat dafür zwei weltweite Studien in Auftrag geben, in deren Verlauf etwa 3.300 Frauen die empfängnisverhütende Wirkung des Pflasters erfolgreich getestet haben.
Das Pflaster ist leicht und unproblematisch anzuwenden und wird von den Frauen einfach auf die Haut geklebt. Einmal pro Woche wird das Pflaster gewechselt und nach 3 Wochen wird eine Pause von einer Woche eingelegt, in der dann wie gewohnt die monatliche Menstruation eintritt. Durch die einfache Art der Anwendung kann es nicht zu einem Vergessen der Einnahme kommen, wie es bei der Pille so oft der Fall ist. Dies bietet den Frauen eine sichere Möglichkeit sich vor einer unerwünschten Schwangerschaft zu schützen, ohne immer an Kondome oder ein Pessar denken zu müssen.
Laut Phil Smits, M.D., Leiter des Bereichs WomenZs Healthcare bei Bayer Schering Pharma, wird das Pflaster das kleinste und am niedrigsten dosierteste Hormonpflaster auf dem Markt sein. Der Hersteller rechnet mit den ersten Zulassungsanträgen bereits im Jahr 2012. Danach soll die weltweite Vermarktung des Produktes folgen.
Roche Initiative gegen die „neue Grippe“ 
Bei Tests hat der neue Wirkstoff die Erreger der neuen Influenza eindeutig identifizieren können und somit seine Eignung unter Beweis gestellt. Da es noch keinen wirksamen Impfstoff gegen die neue Grippe gibt ist es umso wichtiger dass der Erreger zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Denn nur dann kann eine wirkungsvolle Behandlung mit den bereits vorhandenen antiviralen Mitteln wie dem bekannten Präparat Tamiflu gestartet werden. Roche steht in engem Kontakt mit Forschungszentren und Testeinrichtungen auf der ganzen Welt um diese neue Krankheit so bald es geht in den Griff zu bekommen.
Die Zahl der Infizierten nimmt immer noch zu und auch wenn die in Deutschland an der „neuen Grippe“ Erkrankten nicht in Lebensgefahr schweben, besteht noch kein Grund zur Entwarnung. Es immer noch damit gerechnet werden dass es zu Mutationen bei dem Virus kommt. Mit dem nun auf den Markt gebrachten Test ist es nun erstmals möglich die Erreger schnell festzustellen und die Menschen die mit vermeintlichen Symptomen zum Arzt gehen schnell zu beruhigen. Denn die Symptome sind denen einer normalen Grippe sehr ähnlich, sie unterscheiden sich jedoch darin dass der Erkrankte über Schnupfen, Halsschmerzen , Übelkeit, Erbrechen und Durchfall klagt.
Die betroffenen Länder haben nach eigenen Aussagen einen ausreichenden Vorrat an antiviralen Mitteln um einer Pandemie erfolgreich entgegen treten zu können.
Bayer Schering expandiert in Richtung China 
Merck plant Übernahme von MediCult 
Der Darmstädter Pharma und Spezial Chemiekonzern Merck KGaA geht auf Einkaufstour und plant die Übernahme der dänischen Firma MediCult. MediCult ist ein Unternehmen das unter anderem eine Nährlösung für die Aufbereitung von Spermien anbietet. Die Aktien von MediCult werden an der Börse von Oslo gehandelt und Merck bot den Aktionären einen Preis von 13,50 Norwegischen Kronen, das Angebot lag somit 27 % über dem Schlusskurs der letzen Woche. Daraufhin schossen bei beiden Firmen die Kurse an der Börse in die Höhe.
Ein Einstieg von Merck würde damit sein Geschäft mit Arzneien gegen Unfruchtbarkeit bzw. mit der Reproduktionstechnik stärken. Das Direktorium von MediCult, eines im Jahre 1987 in Dänemark gegründeten Unternehmens, unterstützt die Übernahmepläne. MediCult erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 203,20 Millionen dänischen Kronen, das entspricht umgerechnet 23,2 Mio. Euro. Es konnte so ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 3,4 Mio. Euro gemacht werden.
Mit einer Erfolgreichen Übernahme könnte Merck seine Position weiter ausbauen, bisher waren die Arzneimittel, die bei Krebs, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, metabolischen und kardiometabolischen Erkrankungen sowie Psoriasis (Schuppenflechte) eingesetzt werden die Hauptumsatzträger. Ebenso erfolgreich war Merck mit der Herstellung von Produkten zur Selbstmedikation. Produkte wie Nasivin oder Kytta Salbe sind bekannt stammen alles aus dem Hause Merck.
Den Aktionären von MediCult soll bis spätestens in der Woche vom 23.März das komplette Angebot unterbreitet werden. Finanziert wird das ganze durch bereits bestehende Finanzmittel und Kreditlinien. Sollte das Ganze erfolgreich verlaufen so wäre damit der Mitinteressent Vitrolife aus dem Rennen geschlagen, die Schweden hatten schon am 14. Januar ein Übernahmeangebot ausgesprochen, jedoch nur die Summe von 12,76 Kronen je Aktie geboten.
Berliner Noxxon Pharma kooperiert mit Roche 
Die Berliner Noxxon Pharma AG gibt bekannt, dass sie eine
F&E-Kooperation mit Roche über die Weiterentwicklung der
sogenannten "Speigelmere"-Technologie im Bereich der
Entzündungserkrankungen eingegangen ist.
Über die genaueren auch finanziellen Bestandteile dieser Vereinbarung verlautete zunächst nichts.
Noxxon ist einer der "älteren Hasen" im deutschen Biotechnologie-Feld
und macht gerade eine gewisse Unternehmensumwandlung durch, als dass
nun nicht mehr "nur" die Plattformtechnologie in Partnerschaften zum
Einsatz kommt, sondern nun auch Medikamentkandidaten bis zur Phase II
im Hause vorangetrieben werden sollen.
Näheres zu finden unter:
www.noxxon.net
Mehr Informationen unter: vdbiol.de
Mehr als 100 Krankheiten bis 2011 besser behandelbar 
"Bis Ende 2011 können forschende Pharmaunternehmen die Zulassung für 358 neue Medikamente oder neue Anwendungsgebiete für vorhandene Medikamente erhalten. Das wird Patienten mit über 100 verschiedenen Krankheiten zugute kommen - insbesondere Krebspatienten, für die mehr als ein Viertel der neuen Arzneimittel entwickelt werden."
Das erklärte Dr. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender des Verbands Forschender Arzneimittel (VFA) heute in Berlin bei der Vorstellung einer aktuellen Umfrage des Verbands unter seinen 45 Mitgliedsfirmen. "Die Patienten müssen die neuen Therapien aber auch erhalten können", betonte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA. Arzneimittelinnovationen würden die Patienten bislang in Deutschland im europäischen Vergleich nur recht zögerlich erreichen; und das, obwohl sie unmittelbar nach ihrer Zulassung erstattungsfähig sind. Bei der Ausgestaltung der künftigen Verpflichtung, für bestimmte Präparate eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen, dürfe es nicht zu Zugangsverzögerungen durch die Hintertür kommen.
Die
Umfrage 'Perspektive 2011' zeigt, dass der Schwerpunkt der
Entwicklungsaktivität forschender Arzneimittelhersteller auf den
Krankheitsgebieten Krebs (26 % der Projekte),
Herz-Kreislauf-Krankheiten (18 %), Infektionen (15 %), entzündliche
Erkrankungen (8 %) wie Multiple Sklerose und Diabetes Typ 2 (4 %)
liegt. Barner: "93 Prozent der Projekte beschäftigen sich mit schweren
Krankheiten, lediglich die übrigen entfallen auf leichtere körperliche
Einschränkungen."
In den nächsten Jahren ist mit der Einführung
eines neuen Therapieprinzips in die Krebsbehandlung zu rechnen:
therapeutischen Impfungen. Dabei wird das Immunsystem des Patienten
durch einen Impfstoff gewissermaßen auf "verräterische Merkmale" der
Krebszellen hingewiesen und so in die Tumorabwehr einbezogen. Dies
könnte zuerst bei Lungenkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Schwarzem
Hautkrebs zum Einsatz kommen.
Wesentlich vereinfachen könnte
sich die Behandlung der Multiplen Sklerose. Sie basiert heute vor allem
auf Präparaten, die regelmäßig vom Patienten gespritzt werden müssen.
Fünf Unternehmen arbeiten daran, diese bis 2011 durch Medikamente zu
ersetzen, die einfach als Tabletten oder Kapseln eingenommen werden
können.
Um zunehmend resistentere Bakterien zu bekämpfen,
könnten vier neue Antibiotika auf den Markt kommen, und zusätzlich noch
vier weitere Präparate zur Behandlung bakterieller Infektionen.
Gegen
seltene Erkrankungen, die weniger als fünf von 10.000 EU-Bürger
betreffen, könnten bis 2011 insgesamt 40 Medikamente die Zulassung
erlangen. Zudem könnten zehn Medikamente gegen Krankheiten
herauskommen, die besonders in Entwicklungsländern auftreten, vor allem
neue Impfstoffe und Malariamedikamente.
"Deutschland", so Barner
abschließend, "spielt bei der Entwicklung neuer Arzneimittel eine
zentrale Rolle. Fast alle Medikamente, die in Deutschland auf den Markt
kommen, werden von den Unternehmen unter Beteiligung deutscher Kliniken
oder Arztpraxen entwickelt. 18 der 45 Mitglieder des VFA unterhalten in
Deutschland auch Labors für die Erfindung neuer Präparate."
Mehr Informationen unter: innovations-report.de
Kwizda Pharma kauft Metochem 
Die österreichische Pharma-Gruppe will mit dem Wiener Arzneimittelhersteller stärker wachsen
Wien - Die österreichische Kwizda Pharma-Gruppe hat das Wiener Familienunternehmen Metochem Pharma gekauft. Kwizda Pharma steigt damit zum größten heimischen Anbieter für rezeptfreie Arzneimittel (OTC) auf, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung mit. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, die 15 Metochem-Mitarbeiter werden übernommen. Kwizda will mit der Akquisition in Zentral- und Osteuropa stärker wachsen. Nach Angaben von Kwizda wurde im August 2007 der Kaufvertrag unterzeichnet. Beide Unternehmen sind in Familienbesitz. Bereits zuvor haben sowohl Kwizda als auch Metochem zu den Top Ten der Anbieter für rezeptfreie Arzneimittel in Österreich gehört, heißt es in der Mitteilung.(APA)
Mehr Informationen unter: derstandard.at
Ophtalmologie: Croma-Pharma kauft in Frankreich zu 
Mit der Akquisition stößt Gerhard Prinz mit seiner Croma-Pharma nun zu den Top 5 am europäischen Augenheilkunde-Markt vor.
Cornéal Laboratories ist sich durch Innovationen für die Vorder- und
Hinterabschnittschirurgie wie viskoselastische Injektionen,
Intraokularlinsen (künstliche Linsen) und medizintechnisches Equipment
am Augenheilkunde-Markt etabliert. Der Umsatz des dynamischen
Unternehmens hat sich so auf 70 Mio € verdoppelt.
Croma-Pharma
verfügt bereits über Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Polen,
Ungarn und Rumänien, die zahlreichen Cornéal-Vertriebsfirmen werden in
die Croma-Pharma eingegliedert. Das Familienunternehmen verfügt so über
8 Niederlassungen europaweit.
Die derzeit 175 in Frankreich tätigen Cornéal-Mitarbeiter werden übernommen, die Croma-Pharma verzeichnet nun 400 Mitarbeiter.
Mehr Informationen unter: chemiereport.at
Pharmaka: Asien holt deutlich auf 
Der asiatische Markt wird sich in den kommenden Jahren neben Nordamerika und Europa zum bedeutendsten Markt für Arzneimittel entwickeln. Diese Einschätzung vertreten nicht nur gut 60 Prozent der asiatischen Pharmaunternehmen, sondern auch die klare Mehrheit (55 Prozent) der auf dem Kontinent aktiven multinationalen Pharmakonzerne.
Dies geht aus der aktuellen Studie "Gearing up for a Global Gravity Shift" von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. "Der Wirtschaftsboom in Asien eröffnet den westlichen Pharmakonzernen neue Absatzchancen und macht insbesondere Länder wie China, Indien und Singapur zu attraktiven Produktions- und Forschungsstandorten. Gleichzeitig wachsen bislang nur regional tätige asiatische Unternehmen zu Konkurrenten auf dem Weltmarkt heran", erklärt Volker Booten, verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals & Pharma bei PwC in Deutschland.
Für die Studie befragte PricewaterhouseCoopers 185 Manager asiatischer und westlicher Pharmakonzerne mit Aktivitäten in neun Ländern des Kontinents (China, Indien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam). Wie die Antworten zeigen, wird jedes dritte befragte asiatische Pharmaunternehmen durch Zukäufe wachsen. Knapp 20 Prozent erwägen auch Akquisitionen international tätiger Wettbewerber. Bislang ist erst jedes zweite befragte asiatische Unternehmen auf dem Weltmarkt präsent, doch für drei von vier Unternehmen ist der Export eines der wichtigsten Ziele und rund 65 Prozent wollen ihren Anteil am globalen Pharmamarkt steigern.
Gut 70 Prozent der MNCs (multinational corporation/company) in Asien haben bereits Teile der Wertschöpfungskette ausgelagert, wobei als Motive die Realisierung von Kostenvorteilen bei Produktion (39 Prozent der Befragten) und Forschung (24 Prozent) im Vordergrund stehen. Dennoch ist die Mehrzahl sowohl der westlichen als auch der asiatischen Pharmaunternehmen davon überzeugt, dass sie derzeit noch nicht alle Möglichkeiten des Outsourcing vollständig ausschöpfen. Dieser Aussage stimmen 49 Prozent der befragten MNCs zu, während nur 21 Prozent gegenteiliger Ansicht sind. Bei den in der Region ansässigen Unternehmen fällt die Entscheidung mit 64 Prozent zu 17 Prozent noch deutlicher aus.
Nach Einschätzung der Repräsentanten westlicher Pharmaunternehmen ist insbesondere die Auslagerung klinischer Tests und Laboranalysen an regionale Partner attraktiv. Dadurch würden nicht nur Kosten gespart, sondern auch die spezifischen Bedürfnisse der Konsumenten in Asien stärker als bisher bei der Entwicklung von Medikamenten und Wirkstoffen berücksichtigt. "Westliche Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf Vertrieb und Marketing ihrer Produkte, während die übrigen Aktivitäten von der Entwicklung bis zur klinischen Erprobung ausgelagert werden. Voraussetzung für eine derartige Strategie sind jedoch langfristig verlässliche Partnerschaften statt kurzfristig angelegter Kooperationen", resümiert Volker Booten.
Mehr Informationen unter: handelsblatt.com
Croma-Pharma: Der Nischenplayer 
Gerhard Prinz: Erfolgreich mit Viskoelastika.
Er hat „vermarktet, was zu vermarkten ging“. Und sein verdientes Geld
stets im Unternehmen gelassen. So die Kurzform der Story namens
Croma-Pharma.
Begonnen hat sie Gerhard Prinz mit der Einlizenzierung, der
Registrierung und dem Import ausgefallener Pharma-Spezialitäten in
Österreich: Schlangenserum oder Betablocker, Contergan – „nach
Vorauszahlung von einem brasilianischen Händler” – sowie
Enzym-Ersatztherapien.
Drei Jahrzehnte später fertigt eine Viskoelastika-Produktion mit dem
höchsten Automatisierungsgrad Europas jährlich 2,2 Mio Spritzen. „In
Sterilfertigung“, betont der Firmenchef, „hier wird auf bis zu 130 °C
erhitzt, das ist nicht bloß eine aseptische Abfüllung.“
Heute ist Prinz froh, sein eigener „Hausmeister“ zu sein: Nach 25
Jahren Außendienst sein eigener Herr über die eigene Produktion zu
sein. Freilich könnte er sein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 32
Mio € auch an die Börse bringen. Doch das mache „nur Probleme“: „Soll
ich fünf Leute anstellen, nur um den ,Shareholder Value’ zu stützen?
Nein, als österreichisches Pharma-Unternehmen selbständig zu sein und
dennoch in der internationalen Oberliga mitzuspielen, das hat Wert.“
Heute verweigert er in der Regel das Gespräch mit externen
Geldgebern. Früher hat er es mit Ärzten und mit Krankenhäusern suchen
müssen. „Betreuen Sie auch einen Alkoholkranken?“, fragte er da etwa.
„Einen? Hunderte!“ Und das ergab in Folge etwa die Einführung eines
speziellen Präparats zur Alkoholentwöhnung.
Dass die Suche nach einer wirklich ausgefallenen Medikation bei den
meisten Spitalsärzten mit „Geht’s zum Prinz!“ quittiert wird, eben das
war seine Leidenschaft. Und zugleich das Schwierigste in seinen 30
Jahren Unternehmertum: „Das Nichtankommen bei den Ärzten, bei den
Pharma-Unternehmen. Nicht ernst genommen zu werden als One-Man-Show.“
Erfolg mit Viskoelastika. Ende der 1980er Jahre fokussierte
Croma-Pharma auf die Ophthalmologie und startete den Vertrieb mit
intraokularen Linsen. Es sollte entsprechendes Nahtmaterial ebenso wie
Laser-Implantate folgen. Damit war der Weg geebnet für den
Produktionsstart des ersten Viskoelastikums in den 1990ern:
Biofermentierte Hyaluronsäure, die eine gute Biokompatibilität für das
Auge aufwies und leicht abzusaugen war. Eben diese Hyaluronsäure wurde
wenig später auch zur Arthrosebehandlung im Kniegelenk eingesetzt.
Vertriebsniederlassungen in Deutschland und Polen sollten folgen,
derzeit ist eine dritte in Rumänien in Gründung. Heute exportiert
Croma-Pharma auch pflanzliche OTC-Produkte in 60 Länder, die 2,2 Mio
viskoelastischen Spritzen werden an mehr als 150 Abnehmer ausgeliefert.
Wie viel inzwischen in die Sterilproduktion in Leobendorf bei Wien
investiert wurde? „Wir haben beispielsweise Stahl-Container – mit
selbst konzipierten Maschinenteilen –, die nahezu alles können. Wenn
Sie die auf eine Seite einer Waage stellen und die andere mit Gold
aufwiegen, dann wird das hinkommen.“ Scherz beiseite: Das großteils zur
Lohnfertigung für Dritte ausgelegte Werk „hat einen regelrechten
Audit-Tourismus erfahren“ und zeige, dass „eine österreichische
Pharma-Company genauso gut ist wie ein US-Konzern“.
Hochmoderne Sterilproduktion in Leobendorf bei Stockerau.
Weiterentwickelte Biopolymere. Rund ein Fünftel des Umsatzes
investiert Croma-Pharma in F&E. Eine Forschung, die sich vorrangig
mit der Entwicklung von Biopolymeren beschäftigt: Mit „künstlichem
Schleim“ für das Auge, dessen Zellen sich bei Bedarf für ein Medikament
öffnen und wieder schließen, oder aber optimierte „Schmierstoffe“ zur
Arthrosebehandlung von Gelenken.
Andreas Clausen, der Forschungsleiter bei Croma-Pharma, erläutert
die Funktionsweise: „Das Auge ist normalerweise mit einem Tränenfilm
überzogen, einer dünnen Schleimschicht aus Muzinen. Nach intensiver
Computerarbeit oder durch Klimaanlagen ausgelöst kann es jedoch zum
,trockenen Auge’ kommen – ein Mangel an Schleim stellt sich ein. Hier
setzen wir nun mit unseren langkettigen Biopolymeren an: Sie sind in
der Lage, an die freien Thiolgruppen (-SH) des Tränenfilms anzudocken
und mit diesen Schwefel-Atomen als Disulfidbrücken fest zu verankern.
So wird die schützende Tränenschicht wieder längerfristig hergestellt.“
Rund 40 % der Bevölkerung leidet an trockenen Augen – die davon
Betroffenen wenden ihre heute am Markt erhältlichen Augentropfen
derzeit vier Mal täglich an, eine künstliche Schutzschicht, die eher
lockere ionische Wechselwirkungen ausnutzt. Mit dem „natürlichen
Kleber“ aus starken Disulfidbrücken könnte sich das künftig ändern:
Augentropfen würden dann einen ganzen Tag lang wirken.
Mit diesem Ansatz ist aber noch mehr denkbar: „Es ist auch denkbar,
dass wir mit unseren Biopolymeren bestimmte Wirkstoffe im Auge
freisetzen können, wobei sich die Wirkstoffabgabe relativ leicht
einstellen lässt. So ist etwa eine Freisetzung von Antibiotika im Auge
auch über Wochen oder Monate denkbar – die gekühlte Lagerung solcher
Medikamente würde dann wegfallen.“
Die Basispatente dazu wurden von Andreas Bernkop-Schnürch bereits
1999 an der Universität Wien eingereicht, heute hat er einen Lehrstuhl
für Pharmazeutische Technologie an der Uni Innsbruck inne und ist dort
auch Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie. Clausen hat sich
dieses Wissen während einer Dissertation angeeignet und ist in Folge –
gemeinsam mit den Lizenzen für die Augenanwendungen dieser Biopolymere
– zu Croma-Pharma gekommen.
7 Syntheseschritte. Nach 6 Jahren Arbeit ist Croma-Pharma
mittlerweile soweit, die großtechnische Herstellung dieser Biopolymere
zu beherrschen. Dabei wird ein zugekauftes Basispolymer – die
Hyaluronsäure – in 7 Syntheseschritten modifiziert und in knapp einer
Woche zum fertigen Produkt. 2009 ist der Marktstart der neuen
Augentropfen bzw. Inserts geplant, dann will Croma-Pharma etwa 200-500
g pro Woche von diesen Biopolymeren herstellen. Die Herausforderung bei
diesen organischen Substanzen ist dabei, „dass man es nie mit exakt
gleich langen Molekülketten zu tun hat“ – letztlich sei es „ein Spiel
mit Verteilungskurven“.
Zum Einsatz sollen die Biopolymere der Croma-Pharma aber nicht nur
am Auge, sondern auch in Gelenken kommen, um der Osteoarthrose
entgegenzuwirken. Gemeinsam mit Stefan Nehrer führt Clausen dazu ein
auf 3 Jahre ausgelegtes FFG-Projekt an der Donau Universität durch:
Dabei wird zum einen die modifizierte Hyaluronsäure der Croma-Pharma
eingesetzt, zum anderen die den Knorpel aufbauenden Chondrozyten in der
Zellkultur der Donau Uni gezüchtet. Zusätzlich zur
Viskosupplementation, wo die dem Gelenk injizierte Hyaluronsäure einen
Schmier- und Stoßdämpfereffekt ausübt und die körpereigene Produktion
der Hyaluronsäure anregt, soll es mit diesem Forschungsansatz gelingen,
„künftig die Gelenkskrankheiten nicht nur symptomatisch zu behandeln,
sondern tatsächlich zu therapieren“.
Mehr Informationen unter: chemiereport.at
Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt 
Pharma-Manager wird Siemens-Chef: Peter Löscher im Porträt
München - Der Neue soll’s richten
Mit Peter Löscher ist Siemens- Aufsichtsratschef Gerhard Cromme ein Überraschungscoup gelungen. Der international erfahrene Österreicher soll Siemens in ruhigeres Fahrwasser lenken. Doch hat Löscher die nötige Erfahrung, den Brand einzudämmen?
VON MAXIMILIAN SCHMID
Der am 17. September 1957 in Villach in Österreich geborene Manager ist international erfahren und nach Meinung der österreichischen Medien neben Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe der einflussreichste Geschäftsmann aus dem Bundesland Kärnten.
Seinen Einstieg machte Löscher bei der Unternehmensberatung Kienbaum & Partner in Deutschland. Danach arbeitete er elf Jahre bei der Frankfurter Hoechst AG. Bei Aventis stieg der Manager dann zum Gesamtverantwortlichen für das Japan-Geschäft auf.
In Großbritannien konnte Löscher zwischen 2004 und 2005 beim Siemens-Wettbewerber General Electric wertvolle Erfahrungen sammeln. Der Österreicher arbeitete bei dem Konzern in der Medizintechnik, eine Sparte, die Siemens als eine ihrer wichtigsten Wachstumsfelder sieht. Seit 12 Monaten arbeitet der designierte Siemens-Chef für den US-Pharmakonzern Merck im Vorstand und verantwortet den Vertrieb mit über 35.000 Beschäftigten.
Auch privat hat der gebürtige Österreicher ein Faible fürs Internationale: Seine Frau Marta, die er in Großbritannien kennen lernte, ist Spanierin. Zwei seiner drei Töchter wurden in den USA geboren und haben auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Überdies kann sich der 49-Jährige auf Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Japanisch unterhalten.
Nun darf der nach eigenen Worten „weltoffene, heimatverbundene Europäer“ den Weltkonzern Siemens lenken. Ob die Wahl des Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme richtig war, wird sich zeigen. Mit Peter Löscher wird erstmals in der 160-jährigen Siemens-Geschichte ein Konzern-Externer an die Spitze berufen.
Grund für die Neubesetzung des obersten Führungspostens durch einen Manager von außen ist der Schmiergeld- und Korruptionsskandal bei Siemens. Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld wurde es trotz hervorragender Konzernergebnisse nicht zugetraut, die Affäre zu bewältigen. Ein Mann von außerhalb soll’s nun richten. Der Siemens-Aufsichtsrat lies sicherheitshalber genau prüfen, ob irgendetwas gegen ihn vorliegt, wie aus dem Kontrollgremium bekannt wurde.
Was Löscher laut Cromme auszeichnet, ist aufgrund der Führungspositionen in den Vereinigten Staaten dessen Erfahrung mit den dortigen Börsen- und Ermittlungsbehörden. Von der Börsenaufsicht SEC droht eine Strafe in Milliardenhöhe.
Zu den neuen Aufgaben des Pharma-Managers gehören außer der Aufarbeitung der Affären auch die Umsetzung des Siemens-internen Effizienzprogramms „Fit for 2010“. Außerdem gilt es nach Ansicht von Experten, sich eine Hausmacht aufzubauen. Ein von außen kommender Manager hat kein Netzwerk im Unternehmen. Zum Verhängnis dürfte Löscher das allerdings nicht werden, wenn er zu Beginn mit Samthandschuhen vorgeht, um zu lernen, und anschließend entschieden zupackt.
Mehr Informationen unter: europolitan.de
Bayer stoppt «Pille für den Mann» 
Bayer Schering Pharma-Zentrale in Berlin
Die «Pille für den Mann» wird es so bald nicht geben: Das einzige Pharmaunternehmen, das zuletzt noch daran tüftelte, stellt die Forschung für das Verhütungsmittel ein.
Bayer Schering Pharma stellt die Forschung an dem Verhütungspräparat ein. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag in Berlin. Damit schwinden die Chancen, dass Frauen die Verhütung bald dauerhaft ihren Partnern überlassen können. Denn auch der Pharmakonzern Organon hat die entsprechende Forschung inzwischen beendet, wie der «Tagesspiegel» berichtet.
Hintergründe wollte eine Bayer-Schering-Sprecherin vor einem Analystentreffen am 19. Juni nicht nennen. Die Entscheidung, die Forschung einzustellen, bedeute auch nicht unbedingt, dass das Thema für alle Zeiten ad acta gelegt sei. Allerdings rechnen Experten nicht mehr mit einer schnellen Markteinführung. Die Hormonpräparate sollten dazu dienen, die Spermienproduktion zu unterdrücken und so eine Schwangerschaft bei der Partnerin zu verhindern.
Komplizierte Darreichung
Schering und Organon hatten von 2002 bis 2006 zusammen an der Pille für den Mann geforscht. Ende vergangenen Jahres kündigten sie die Trennung ihrer Forschung an, bekräftigten allerdings ihr Engagement für das Produkt. Schon damals schloss die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einem Bericht zum Stand der Forschung aber, dass «in den nächsten Jahren nicht mit der Markteinführung eines entsprechenden Produkts zu rechnen» sei.
Diese war zunächst schon für 2005, später dann für 2009 ins Auge gefasst worden. Doch gestaltete sich die Forschung schwierig. Zwar fanden die Wissenschaftler durch komplizierte Eingriffe in den Hormonhaushalt des Mannes tatsächlich einen Weg, ihn zeitweilig unfruchtbar zu machen. Um die Kombination von Gestagen und Testosteron sinnvoll zu dosieren, war jedoch sowohl ein Implantat als auch alle drei Monate eine Spritze nötig.
Konzentration auf vier Forschungsfelder in Berlin
Für eine so komplizierte Darreichung sahen Schering und Organon keine Marktchancen, wie sie zur Trennung ihrer Aktivitäten im September 2006 mitteilten. Deshalb sollte die Forschung nun darauf zugespitzt werden, wie die Mittel leichter handhabbar werden könnten. Auch damit ist es nun offenbar vorbei.
Nach der Übernahme durch Bayer soll bei Schering in Berlin laut «Tagesspiegel» die Forschung insgesamt auf nur noch vier Schwerpunktthemen konzentriert werden: Krebs, Frauen-Gesundheit, Herz-Kreislauf und diagnostische Bildgebung. Das gesamte bisherige Forschungsfeld Andrologie (Männerkunde) tauche in der Forschungsstrategie des Unternehmens nicht mehr auf. (AP)
Bayer Austria Ges.m.b.H. Pharmaceutical Division
Mehr Informationen unter: netzeitung.de
Derzeit sind 171 Pharmaunternehmen im Pharmaverzeichnis eingetragen
