Die Gentech-Vision von BASF Plant Science

Jede gentechnisch veränderte Reispflanze in den Gewächshäusern
(Gewächshaus) von CropDesign hat einen Barcode und einen Transponder. So kann sie
jederzeit genau identifiziert werden. Im Gewächshaus können sich die
Pflanzen bis zur Ernte unter idealen Bedingungen entwickeln. Ihr
Wachstum wird vollautomatisch kontrolliert, indem sie regelmäßig
fotografiert und vermessen werden.
„Als andere noch Gensequenzen gezählt haben, haben wir bereits
begonnen, deren Funktionalitäten darzustellen.“ So lautet in Kurzform
die visionäre Tat des Arno Krotzky. Der heutige metanomics-Chef war es,
der die BASF 1998 davon überzeugte, massiv in die gentechnische
Forschung zu investieren. Damit hat er den Grundstein für eine
einzigartige Entwicklungsplattform gelegt, die sieben Jahre später mit
dem Beginn der Partnerschaft und in Folge mit der Übernahme von
CropDesign komplettiert wurde. Metabolic Profiling fand damit die
kongeniale Ergänzung im High-throughput Plant Screening.
Der GMO-Reis wird bei CropDesign zunächst in
Gewebekulturräumen, in denen das Klima genau reguliert werden kann,
angezogen. Sind die Reispflanzen groß genug, kommen sie bis zur Ernte
ins Gewächshaus.
Der Hintergrund. Dass die BASF zwischen 2006 und 2008 alleine
rund 400 Mio € in die Grüne Biotechnologie investiert und zusätzlich in
den nächsten 10 Jahren gemeinsam mit Monsanto weitere 1,2 Mrd € für
eine umfangreiche F&E-Partnerschaft bereithält, hat mehrere Gründe.
Peter Oakley, er ist Member of the Board of Executive Directors der
BASF, zählt vier gewichtige auf: „Erstens nimmt die weltweit verfügbare
Ackerfläche pro Einwohner dramatisch ab – waren es 1960 noch rund 4.300
m², sind es heute weniger als 2.200 m² und 2030 werden gerade einmal
1.800 m² erwartet. Die Weltbevölkerung wird in diesen 70 Jahren dann um
rund 5,3 Mrd Einwohner zugenommen haben.“ Derzeit würden insbesondere
in Asien enorme Ackerflächen der zusätzlich notwendigen Infrastruktur
für das Mehr an Menschen geopfert.
Trend 2: Energiepflanzen konkurrieren mit konventionellem Anbau. „Wir
gehen davon aus, dass 2030 rund 30 % der weltweiten Ackerflächen von
rund 1,4 Mrd ha verwendet werden müssen, um etwa 10 % des weltweiten
Ölbedarfs zu stillen.“ Hinzu kommt Trend 3: Eine enorme Zunahme im
Fleischkonsum: „Es ist ein Fakt, dass in Entwicklungsländern das
Wirtschaftswachstum zunächst einmal dazu verwendet wird, um das
tägliche Essen mit tierischen Proteinen zu verfeinern – erst danach
kommen Fahrräder, Autos und Flatscreens.“ Eine simple Rechnung
veranschaulicht die Ausmaße: Wenn 1,3 Mrd Chinesen in den nächsten 10
Jahren jährlich um 1 kg mehr Fleisch pro Jahr konsumieren wollen,
bedeutet das 13 Mrd kg Fleisch multipliziert mit 5 kg Getreide je kg
Fleisch und dividiert durch rund 3 t je ha Anbaufläche. Ergibt in Summe
einen zusätzlichen Bedarf an Agrarflächen von rund 22 Mio ha. Zum
Vergleich: Deutschland verfügt gerade einmal über rund 12 Mio ha
Anbaufläche.
